Ausbildung 20. Februar 2025 Lesezeit: ca. 8 Minuten

Ausbildungsplatz finden 2026: Wege, die kein anderer Guide kennt

In Deutschland blieben 2025 laut BIBB rund 54.400 Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig finden viele Jugendliche keinen passenden Einstieg. Das Problem ist nicht das Angebot, sondern die Sichtbarkeit. Dieser Guide zeigt Ihnen neben den bekannten Wegen auch die Kanäle, die in keinem anderen Ratgeber stehen. Darunter einen, der direkt in Ihrer Schule beginnt.

Die Ausgangslage 2026: Ein Bewerbermarkt

Wer 2026 einen Ausbildungsplatz sucht, hat bessere Karten als je zuvor. Die Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen: 476.000 neue Ausbildungsverträge wurden 2025 abgeschlossen, ein Rückgang von 2,1 % gegenüber dem Vorjahr. 51,5 % der Betriebe konnten nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Das bedeutet: Unternehmen suchen Sie, nicht umgekehrt.

54.400 Ausbildungsplätze blieben 2025 in Deutschland unbesetzt (Quelle: BIBB)

51,5 % der Betriebe konnten nicht alle Stellen besetzen

Trotzdem finden viele Jugendliche nicht den richtigen Platz. Warum? Weil die meisten Guides immer dieselben Tipps wiederholen: Jobbörse, Agentur für Arbeit, Berufsmesse. Das sind gute Ausgangspunkte, aber sie reichen heute nicht mehr aus.

Die bekannten Wege: Schnell erklärt

Bevor wir zu den unbekannten Wegen kommen, hier die Klassiker im Überblick:

Online-Jobbörsen

Die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit, die IHK-Lehrstellenbörse und Plattformen wie ausbildung.de, AUBI-plus oder azubister.de listen Tausende Stellen. Nutzen Sie mehrere Portale parallel und richten Sie E-Mail-Benachrichtigungen ein. Achten Sie bei der Suche auf regionale Filter, damit Sie keine Angebote am anderen Ende Deutschlands durchscrollen.

AzubiWelt-App

Die kostenlose App der Bundesagentur für Arbeit zeigt Ausbildungsangebote in Ihrer Nähe und lässt sich nach Berufsfeld, Ort und Startdatum filtern. 75 % der Bewerber nutzen laut Azubi-Recruiting-Trends-Studie ihr Smartphone für die Jobsuche. Die App passt genau in diesen Alltag.

Berufsmessen

Regionale Ausbildungsmessen bieten direkten Kontakt zu Unternehmen. Tipp: Recherchieren Sie vorher, welche Betriebe vor Ort sind, und bereiten Sie konkrete Fragen vor. Kleidung: ordentlich, aber kein Anzug nötig. Bringen Sie Ihren Lebenslauf mit.

Berufsberatung der Agentur für Arbeit

Die persönliche Berufsberatung ist kostenlos und kann über die Schule oder direkt beim BiZ (Berufsinformationszentrum) vereinbart werden. Besonders hilfreich, wenn Sie noch unsicher sind, welcher Beruf zu Ihnen passt. Das Online-Tool Check-U der Arbeitsagentur bietet einen kostenlosen Eignungstest als Startpunkt.

Praktika

Ein Praktikum ist der beste Weg, einen Betrieb von innen kennenzulernen. Viele Ausbildungsverträge entstehen aus vorherigen Praktika. Fragen Sie aktiv nach, ob der Betrieb auch ausbildet.

Die Wege, die niemand erwähnt

Jetzt wird es interessant. Diese Kanäle kennen die wenigsten, dabei sind sie oft wirksamer als jede Jobbörse.

1. Digitale Displays in der Schule

In immer mehr Schulen stehen digitale Displays, die regionale Ausbildungsplätze, Praktika und duale Studiengänge zeigen. Anders als das verstaubte Schwarze Brett sind diese Anzeigen aktuell, ansprechend gestaltet und werden täglich von hunderten Schülerinnen und Schülern gesehen.

Plattformen wie Jobbi betreiben 55-Zoll-Displays in Schulen, die automatisch aktualisiert werden. Sie sehen die Angebote im Vorbeigehen, in der Pause oder vor dem Unterricht. Dazu gibt es ein Webportal und eine App, sodass Sie auch von zu Hause stöbern können.

Warum das funktioniert: Sie müssen nicht aktiv suchen. Die Angebote kommen zu Ihnen, direkt in Ihren Schulalltag. Und die Unternehmen sind regional, also tatsächlich erreichbar.

2. BO-Koordinatoren an Ihrer Schule

Fast jede weiterführende Schule hat einen Koordinator für Berufsorientierung (BO-Koordinator). Diese Person kennt regionale Betriebe, hat Kontakte zur IHK und Handwerkskammer und weiß, welche Unternehmen Azubis suchen. Trotzdem fragen nur wenige Jugendliche aktiv nach. Ändern Sie das.

Tipp: Vereinbaren Sie einen kurzen Termin mit dem BO-Koordinator Ihrer Schule. Schildern Sie Ihre Interessen und fragen Sie gezielt: Welche Unternehmen in der Region bilden aus? Gibt es Kooperationen? Oft öffnet ein einziges Gespräch Türen, die online unsichtbar bleiben.

3. Initiativbewerbung bei lokalen Unternehmen

Nicht jedes Unternehmen schreibt seine Ausbildungsplätze auf großen Portalen aus. Gerade kleine und mittlere Betriebe, der Handwerker um die Ecke, das Ingenieurbüro im Gewerbegebiet, die Arztpraxis in der Nachbarstraße, suchen oft über persönliche Kontakte.

Schreiben Sie eine kurze, persönliche Bewerbung. Erklären Sie, warum Sie sich gerade für diesen Betrieb interessieren. In Zeiten, in denen laut DIHK-Ausbildungsumfrage 2024 35 % der Betriebe null Bewerbungen auf manche Stellen erhalten, stehen Ihre Chancen ausgezeichnet.

4. Social Media: Nicht nur scrollen, sondern suchen

78 % der Jugendlichen nutzen Instagram, 52 % TikTok (laut Azubi-Recruiting-Trends-Studie 2024). Viele Unternehmen posten ihre Ausbildungsangebote genau dort. Suchen Sie nach Hashtags wie #ausbildung2026, #azubigesucht oder #ausbildungsstelle plus Ihrem Ort.

Profi-Tipp: Folgen Sie der Handwerkskammer und IHK Ihrer Region auf Instagram. Dort werden regelmäßig offene Stellen geteilt. Auch YouTube lohnt sich: 83,4 % der Jugendlichen, die YouTube für Berufsorientierung nutzen, finden die Plattform hilfreich (laut KOFA-Studie).

5. Eltern und Verwandte gezielt einbinden

Die KOFA-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Eltern sind nach wie vor die wichtigsten Ansprechpartner bei der Berufswahl. Nutzen Sie das aktiv. Erzählen Sie zu Hause, was Sie interessiert. Fragen Sie im Bekanntenkreis. Oft kennt jemand jemanden, der ausbildet.

6. Last-Minute-Einstieg: Auch nach September möglich

Die meisten Ausbildungen starten im August oder September. Aber: Viele Plätze bleiben unbesetzt, und Betriebe suchen auch noch bis Jahresende. Die sogenannte Nachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit hilft dabei, auch spätere Starts zu organisieren. Geben Sie also nicht auf, wenn der Standardtermin verstrichen ist.

Für Eltern: So unterstützen Sie Ihr Kind

Berufsorientierung ist keine Einbahnstraße. Eltern spielen eine zentrale Rolle, werden aber in den meisten Ratgebern ignoriert.

Checkliste: Ausbildungsplatz finden in 7 Schritten

  1. Interessen klären: Was macht Ihnen Spaß? Nutzen Sie Check-U (kostenloser Test der Arbeitsagentur) als Startpunkt.
  2. Regional suchen: Schauen Sie zuerst, was es in Ihrer Nähe gibt. Jobbi-Display in der Schule, IHK-Lehrstellenbörse, regionale Jobbörsen.
  3. BO-Koordinator kontaktieren: Eine kurze Nachricht kann Türen öffnen, die Sie allein nicht finden.
  4. Praktikum machen: Mindestens eines, besser zwei. Der beste Weg, einen Beruf wirklich kennenzulernen.
  5. Bewerbungsunterlagen vorbereiten: Lebenslauf, Anschreiben, Zeugniskopien. Kurz, fehlerfrei, persönlich.
  6. Initiativ bewerben: Gerade bei kleinen Betrieben in der Nähe. Persönlich vorbeischauen kann mehr bewirken als jede Online-Bewerbung.
  7. Dranbleiben: Absagen gehören dazu. 54.400 unbesetzte Stellen bedeuten: Ihr Ausbildungsplatz ist da draußen.

Fazit: Sie haben mehr Möglichkeiten als Sie denken

Die Ausbildungssuche 2026 findet in einem Bewerbermarkt statt. Unternehmen suchen Sie mindestens so sehr wie Sie einen Ausbildungsplatz suchen. Die Frage ist nur: Wo finden Sie sich gegenseitig?

Neben den großen Jobbörsen und der Arbeitsagentur gibt es Kanäle, die die meisten übersehen: das digitale Jobboard in der Schule, den BO-Koordinator, die Initiativbewerbung beim Betrieb nebenan, die Instagram-Suche nach #ausbildung2026. Nutzen Sie alle Wege, nicht nur die offensichtlichen.

Jobbi an Ihrer Schule?

Fragen Sie Ihre Schulleitung, ob es bereits ein digitales Berufsorientierungssystem gibt. Falls nicht: Jobbi installiert kostenlose 55-Zoll-Displays mit regionalen Ausbildungsangeboten.

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